Startup-Dschungel – Top oder Flop?

Jahr für Jahr erobern Unmengen von Startups den internationalen Markt. Die Euphorie ist ungebrochen. Doch wie viele Jungunternehmen schaffen tatsächlich den ganz großen Wurf und bleiben big in Business? Die Bilanz sieht leider mau aus.

Mit unserem Startup läuft’s ja ganz gut, toi toi toi. Aber wie läuft es eigentlich bei den restlichen Newcomern in der Startup-Branche? Zwar wird der internationale Markt jedes Jahr aufs neue von diversen Jungunternehmen geflutet, dennoch schaffen es nur wenige im Dschungel der Ideen zu überstehen. Doch woran liegt das? Sicher, wenn man das Wort Startup hört, denkt man gleich an junge, hippe Leute, die mit ihrem MacBook im superschicken neuen Loftbüro in Berlin-Mitte sitzen. Helle Räume, kluge Köpfe und lauter Technik-Gadgets, das ist die Vorstellung vieler Bewerber. Oft sieht die Wirklichkeit aber auch anders aus. Natürlich scheitern junge Unternehmen oft an internen Differenzen. Häufig scheitert der große Ruhm schlicht und ergreifend an einer innovativen und wettbewerbsfähigen Geschäftsidee – und damit einhergehend auch am Kapital.

Und da verwelkte das Startup wieder

Wart ihr in letzter Zeit mal in Berlin? Da sprießt momentan ein Startup nach dem anderen aus der Erde. Die Risikobereitschaft junger Unternehmer ist höher denn je. Kaum ist die eigene Idee ausgesprochen worden, rückt die Vision vom großen Glück mittels Selbstständigkeit in greifbare Nähe. Leider gelingt es dem Großteil der Unternehmer nicht, die Herausforderungen nach der Ideenfindung zu meistern. Natürlich könnte man behaupten viele Unternehmen seien aus einer Schnapsidee heraus geboren und hätten sich im Nachhinein zu Global Playern etabliert, man denke beispielsweise an Red Bull. Doch man darf nicht vergessen, dass der Innovationswert eben dieser Schnapsidee ein essentieller Bestandteil sein muss. Denn ohne eine innovative Geschäftsidee wird man sich kaum gegen die Konkurrenz auf dem Markt durchsetzen können, geschweige denn Investoren finden. Auch sollte man die umfangreichen Kenntnisse, die es braucht, um ein Unternehmen zu führen, nicht außer Acht lassen. Ein professionell zusammengestelltes Team sowie entsprechendes Know-How sind eine Investition für langfristigen Erfolg. Laut Medienberichten scheitern rund 70 Prozent der Jungunternehmen an internen Differenzen. Bedauerlich, wenn man bedenkt, dass Probleme innerhalb der Unternehmensstruktur unter Umständen behoben werden könnten. An mangelnder Kommunikation oder problematischer Arbeitsmoral kann man arbeiten. Aber es ist schwer an einer schlechten Idee zu arbeiten.

Wo bleibt denn hier die Innovation?

Da auch in Deutschland mittlerweile das Bewusstsein für die vielversprechende Startup-Branche gewachsen ist, werden hierzulande immer mehr Angebote offeriert, die es ermöglichen interne Probleme oder Fehlstellungen frühzeitig zu erkennen und zu eliminieren. Zahlreiche Festivals und Messen bieten die Möglichkeit Jungunternehmer zu schulen. In Seminaren üben sie intensiv Pitchtraining, erstellen einen Businessplan und knüpfen wichtige Kontakte. Nichtsdestotrotz markiert das grundlegende Verständnis der Funktionen und Aufgaben innerhalb eines Startups nur eine Säule zum Erfolg. Entscheidend ist die Geschäftsidee, und diese muss sich von der breiten Masse abheben. Häufig kommen Besucher von einer Messe zurück und berichten enttäuscht darüber, dass sie die x-te Version von Facebook oder Whatsapp gesehen haben. Hier kann eindeutig von verschwendetem Potential gesprochen werden, da sich das Unternehmen dann natürlich nicht von anderen Konkurrenten in der rasant verändernden Onlinewelt abhebt. Das ist schade, denn das Team selbst besticht vielleicht durch großartiges Know-How, dessen Potenzial nun verloren geht. An schlechten Ideen kann man zwar feilen, aber richtig gut werden sie dadurch trotzdem nicht.

Deshalb: überlegt euch genau, wo ihr vielleicht eine Lücke schließen könnt. Da setzt ihr an. Und mit ein bisschen Glück und Verstand stehen wir uns vielleicht bald im Dschungel gegenüber.