Google Translate und seine Zukunftsvisionen

2015 ist das Jahr in dem die Kommunikation immer schneller, einfacher und bahnbrechender wird. Mit Google Translate ist Google bereits seit 10 Jahren einer der Pioniere, wenn es um Sofortübersetzungen und damit auch Onlinekommunikation geht. Man hört sogar munkeln, dass der Riese an einer deutlich verbesserten Live-Übersetzungsfunktion bastelt. Doch wo wird uns die Reise mit Google Translate hinführen? Wie werden wir in Zukunft – in 5 bis 15 Jahren – kommunizieren und was bedeutet all das für alugha?

In den vergangenen 15 Jahren hat das Internet und dessen globale Bereitstellung das Leben vieler Menschen grundlegend verändert. Unterschiedliche Tools und Programme haben ihren Teil dazu beigetragen, wenn es um globale Kommunikation geht. Dazu zählt auch das mittlerweile fast zehnjährige Projekt Google Translate, welches mit seinen ambitionierten, neuesten Vorhaben unsere Kommunikation vollkommen revolutionieren könnte.

Worum geht’s eigentlich?

Zukunftsvisionen haben ja immer etwas leicht Abwegiges an sich: unbegrenzte und kostenlose Energiequellen, fliegende Autos, Beamen oder die digitale Echtzeitübersetzung, überall und zu jeder Zeit. Dass Letzteres tatsächlich kein Traum bleiben muss, will Google jetzt zeigen. Natürlich ist es bereits seit einiger Zeit möglich, Wörter oder auch Sätze mit Google Translate zu übersetzen. Geben wir diesen Satz aber bei Google Translate ein, wird schnell deutlich, dass es in der praktischen Umsetzung noch hapert: “Of course it’s possible words or phrases with Google Translate to translate for some time”. Die Weltherrschaft werden diese Maschinen wohl in naher Zukunft nicht an sich reißen. Ein bisschen Hilfe wäre allerdings schon toll. Zukünftig strebt Google mit seiner Software eine einwandfreie Echtzeitübersetzung an. Der Computerwissenschaftler Franz Josef Och (Google Translate) arbeitet momentan fieberhaft daran, jedes Wort, jede Website oder jede Unterhaltung mit dem Tool in eine beliebige Sprache verwandeln zu können. Nicht nur, dass globale Grenzen belanglos und Dolmetscher arbeitslos werden, nein, hier entsteht eine vollkommen neue Form der künstlichen Intelligenz. Mit über 71 Sprachen hört man die Zukunftsmusik von Google Translate aber tatsächlich immer lauter spielen. Große Hoffnungen stecken vor allem in der Translate App. Wer damit beispielsweise Hinweisschilder oder Speisekarten fotografiert, kann sich darüber freuen, dass die App den Text im Bildausschnitt automatisch erkennt und übersetzt. Dass das Projekt viel Potenzial hat, sieht man auch im Silicon Valley so. Das Translate-Team wächst. Ziel ist es, die Maschine zu einem einwandfreien Linguisten zu programmieren. Richtig, die Software wird nicht mit Regeln gefüttert, denn diese sind häufig zu unflexibel und überfordern sie. Eine einfache Satzbildung kann da schonmal alles über den Haufen werfen. Denn: unterschiedliche Sprachen, unterschiedliche Satzbildung. Der Translator setzt bestehende Übersetzungen in Korrelation und errechnet so die beste Übersetzung. Doch falls die Übersetzungsmaschine wirklich einmal live und in Ton übersetzen soll: wie soll das dann mit der Intonation funktionieren? Und wie soll das Tool ein Wort richtig bewerten, wenn es ihm nicht möglich ist, den Kontext zu verstehen? Sprachwissenschaftler raufen sich die Haare, und deutlich wird: ein Computer ist eben doch kein Mensch.

Wo geht die Reise hin?

Wie wird sich die Kommunikation in den nächsten fünf bis fünfzehn Jahren verändern, besonders im Hinblick auf Übersetzungstechnologien? Wie werden also die Neuheiten unsere Welt zu einem fundamental anderen Ort machen? Fest steht, in den kommenden Jahren werden wir unbegrenzt aus den Möglichkeiten schöpfen können. Laut aktuellen Prognosen wird in Zukunft jeder Mensch, in welcher Form auch immer, Zugang zum Internet haben. In zehn Jahren werden die Menschen durch das Internet bereits so eng miteinander verknüpft sein, dass es möglich wäre digitale Nationen zu bilden. Die globalen Grenzen werden durch die digitalen Möglichkeiten immer mehr verschwimmen. Mit einer Übersetzungsmaschine wie Google Translate sind Ort und Zeit auf einmal nicht mehr wichtig, wenn es darum geht weltweit in verschiedenen Sprachen zu kommunizieren. Du kannst in Berlin sitzen, dir aber zeitgleich eine japanische Vorlesung anhören und alles verstehen. Der soziale Aspekt, der hierdurch entsteht, tritt deutlich hervor. Eine Welt, in der so ein entscheidender Faktor wie die Sprachbarriere aufgebrochen wird, minimieren sich soziale Unterschiede und sie lässt uns alle am globalen Wissen teilhaben. Wir müssen nicht mehr auf den nächsten Dolmetscher oder die übersetzte Version eines Buches warten. Wir können direkt konsumieren. Für alugha bedeutet das natürlich vor allem eine noch größere Flexibilität – Innovation ist alles in unserer Branche. Sollten die Technologien irgendwann tatsächlich so ausgereift sein, dass sie einwandfrei übersetzen, könnt ihr eure Videos in JEDER erdenklichen Sprache zur Verfügung stellen. Bedenkt nur, welche globale Auswirkung das für euch hätte, welche Reichweite erzielt werden kann. Mehr Sprachen, mehr User, so sehen wir das. Sobald diese Software marktreif ist werden noch mehr Menschen unser Angebot nutzen wollen. Es öffnet Producern und Usern alle Türen. Schließlich ist keiner mehr auf einen teuren Synchronsprecher oder Dolmetscher angewiesen, unter Umständen muss die Audiospur nicht einmal mehr selbst eingesprochen werden. Das erledigt dann gegebenenfalls die Maschine. Dann heißt es nur noch “cut and go”. Klingt nach Spaß!

To be or not to be

Bleibt also die Frage, ob Google mit seinem Translator tatsächlich den ganz großen und revolutionären Durchbruch schaffen kann. Das Projekt Google Translate steht nicht alleine da. Tatsächlich etablieren sich am Markt immer mehr ambitionierte Konkurrenten. Facebook setzt ohnehin auf globale Verständigung. Kein Wunder also, dass der Riese aus dem Silicon Valley mittlerweile selbst ein kleines Unternehmen aufgekauft hat, das eine Übersetzungsmaschine entwickelt hat. Die Kommunikation innerhalb der Peergroup soll damit nochmals vereinfacht werden. Auch Microsoft hat den Trend erkannt und arbeitet an einem solchen Tool, die soll dann allerdings gleich am besten noch mit der eigens aufgenommenen Stimme übersetzen. Und selbst die EU hat erkannt, dass sich mit einem gut ausgereiften Translator Geld einsparen lässt. Dass das Ganze nicht ohne ein paar Abstriche zu ermöglichen ist, lässt sich bereits hier erkennen. Wo eine künstliche Form der Intelligenz geschaffen wird, neigt der Mensch häufig dazu, Individuen durch Maschinen ersetzen zu lassen – aus Kosten- und Effektivitätsgründen wie es heißt. Sicherlich wird uns das Kommunizieren mithilfe eben jener Innovationen viel leichter fallen. Sollte es Google wirklich gelingen Translate so weit zu optimieren, dass es einwandfrei (vielleicht sogar in Echtzeit) übersetzt, könnte der Internetriese zu einer unglaublichen Marktmacht gelangen und ein Monopol auf die menschliche Kommunikation erheben. Ein solcher Support könnte vor allem für global agierende Unternehmen von Interesse werden, welchen sich Google dann aber teuer bezahlen lassen könnte. Zudem sammelt der Konzern munter weitere hunderte Millionen Nutzerdaten. Mit den neu gewonnenen Informationen muss sensibel umgegangen werden. Niemand möchte, dass seine privaten Texte oder Unterhaltungen in die falschen Hände geraten oder dazu beitragen, das eigene Nutzerverhalten weiter auszuforschen. Denn inwieweit Google plant Übersetzungen aufzuzeichnen oder zu speichern, bleibt unklar. Im Hinblick auf neue Technologien wird Datenschutz also auch in den kommenden Jahren ein sensibles Thema bleiben. Eins ist aber sicher: unser globales Miteinander wird eine vollkommen neuartige Qualität erleben und die sozialen Unterschiede weiter abbauen.